Pressebericht zum Konzert von Dvoraks „Stabat mater“

Pressebericht zum Konzert von Dvoraks „Stabat mater“

Neuer Dirigent meistert Feuerprobe mit Bravour

Städtischer Konzertchor „Winfridia“ erntet mit Dvoraks „Stabat mater“ viel Beifall/Hörbar neue Impulse
Pressebericht der Fuldaer Zeitung vom 22.03.2011
(kru)

FULDA  Umjubelte Premiere: Der Städtische Konzertchor „Winfridia“ Fulda hat mit einer gelungenen Aufführung von Antonin Dvoraks „Stabat mater“ auch unter seinem neuen Dirigenten die Herzen des Fuldaer Publikums erobert.

Vor dem gut gefüllten Festsaal der Orangerie und einem sichtlich gespannten Auditorium überzeugte Dirigent Carsten Rupp, der das gut aufgelegte Göttinger Symphonie-Orchester und den Chor mit kraftvoll-präzisem, aber auch elegantem Schlag jederzeit im Griff hatte und der „Winfridia“ eine ungewohnte Bandbreite an dynamischen Differenzierungen entlockte.

Rupp hatte die Probenarbeit erst Ende Januar übernommen, nachdem der langjährige Chordirektor Reinhold Feldmann aus gesundheitlichen Gründen das Amt abgegeben hatte. Feldmann hatte den Chor bereits für das Konzert präpariert, für den Feinschliff sorgte dann der neue Dirigent, der den Sängerinnen und Sängern vor allem in punkto Artikulation, Phrasierung und Dynamik hörbar neue Impulse gibt. Hochkonzentriert und aufmerksam folgte die „Winfridia“ etwa in den Chorsätzen „Eia Mater, fons amoris“ und „Virgo virginum praeclara“ dem Dirigat und tauchte den etwas zu hell beleuchteten Festsaal akustisch in die andächtig-meditaive Atmosphäre einer alten Kathedrale. Im Hinblick auf die Intonation zeigte der Chor allerdings da und dort noch leichte Unsicherheiten.

Als ebenso aufmerksamer wie sensibler Begleiter erwiesen sich die Göttinger Symphoniker, die gerade in Klarinetten und Fagotten sowie in den Bratschen die passenden zarten Farbtupfer setzten, im Tutti aber durchaus auch spätromantische Klangwucht entfalten konnten. Und dort, wo die im Original vorgesehene Orgel fehlte, fand Rupp eine elegante Lösung.

Der kompositionsbedingten Problematik des Werks, dass die Sätze sich nämlich in ihrem meist getragenen Tempo doch sehr ähneln, versuchte der Dirigent gar nicht erst mit künstlichen Tempoverschärfungen beizukommen. Er beließ es beim ruhigen Fluss, und mit (vielleicht nervositätsbedingter) Ausnahme im Kopfsatz blieb trotzdem ein Spannungsbogen erkennbar.

Mit den Solisten hatte die „Winfridia“ einen guten Griff getan; etwa mit Tenor Dirk Klenke: In seinem Solo „Fac me vere“ überzeugte er mit schlankem, kammermusikalischen Ton, der tatsächlich – wie in der Partitur vorgesehen – zwischen Piano und Pianissimo differenziete, wo viele andere Tenöre ohne Rücksicht auf die Textbedeutung alles im Forte schmettern. Sein unprätentiöser, heller Tenor mischte sich gut mit dem glasklaren Sopran von Natascha Jung; der dunkel timbrierte Alt von Annette Markert wirkte in der Solo-Arie überzeugender als im Solisten-Quartett; der etwas blasse Bass von Ulf Dirk Mädler konnte sich indes gegen die Mitsänger und die Instrumente nur mit Mühe behaupten. Und in Sachen Textverständlichkeit wirkte manchmal sogar der gesamt Chor besser präpariert als die Einzelstimmen. Die A-capella-Passagen im Schlusschor gelangen der „Winfridia“ in dieser Hinsicht jedenfalls nahezu vorbildlich.

Insgesamt also eine ermutigende Premiere für den 35-jährigen Dirigenten, der zusammen mit Chor, Orchester und Solisten zu Recht stürmischen Beifall erhielt.

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Städtischer Konzertchor Winfridia Fulda|An den Eichen 6|36041 Fulda-Gläserzell|