Pressebericht zum Konzert Missa da Requiem von Verdi

Pressebericht zum Konzert Missa da Requiem von Verdi

Mit jungen, voluminösen Stimmen

Städtischer Konzertchor „Winfridia“ begeistert mit Verdis Missa da Requiem
Pressebericht der Fuldaer Zeitung vom 05.10.2010
von Wolfgang Hohmann

FULDA  Zum großen Ereignis für Chormusikfreunde wurde die Aufführung von Giuseppe Verdis Missa da Requiem des Konzertchors „Winfridia“ und das eigens gegründete Verdi-Orchester in der ausverkauften Pfarrkirche St. Elisabeth.

Mit ansteckender Vitalität entfachte Reinhold Feldmann als Dirigent Verdis Tonglut mit auffällig viel jungem Personal auch im Chor und nicht nur im Orchester, wobei man erleben und nachvollziehen konnte, was Hans Kühner meint, wenn er dieses Requiem eine „siebenaktige Oper“ nennt.

Das dabei die liturgischen Wurzeln des gigantischen Werkes nicht vernachlässigt werden, versteht sich bei diesem Dirigenten von selbst. Alles zusammen mit dem Gesamtergebnis, das „Trauer und Bitte, Entsetzen und hoffende Zuversicht hier eine leidenschaftlichere und individuellere Sprache sprechen, als wir sie in der Kirche gewohnt sind“. (Eduard Hanslick 1875)

Den häufig gehörten Vorwurf vordergründiger Theatralik entkräftet diese Aufführung, auch wenn etwa die vier vortrefflichen Gesangssolisten den auftrumpfenden Klangballungen von Chor und Orchester immer wieder innige, glaubensgewisse ariose Piani und Pianissimi als Solisten oder in Ensemblevarianten entgegensetzen.

Gut zu verfolgen beim Offertorio, wenn sphärische Streicherklänge die an Jesus gerichtete Bitten um Milde und Erlösung umspielen. Worauf sich die bestens präparierte weit über 100 Stimmen zählende Sängerschar dann beim fugierten Sanctus zu gewaltigen chorischen Aufgipfelungen im dafür eher zu klein dimensionierten Kirchenraum von Feldmann mitreißen lässt.

Der geniest es sichtbar, nach nur zwei Probentagen und einer einzigen Gesamtprobe vor der Aufführung vor einem Ad-hoc-Orchester zu stehen, dessen Mitglieder so gut wie alle sich ihre Parts eigens für diesen Abend erarbeitet haben. Auch wenn, wie im Programmvorwort zu lesen ist, die jungen Musici als Preisträger von diversen Wettbewerben „bereits Meister auf ihren Instrumenten sind“, so beeindruckte wohl alle Zuhörer, wie sie als exzellentes Verdi-Orchester agierten.

Noch jung, mit ausdrucksstarken, voluminösen Stimmen ausgestattet und sängerisch kompetent, von wenigen minimalen Abstimmungsproblemen mal abgesehen, trugen als viel beschäftigte Gesangssolisten zum Erfolg bei: Seohyun Noh (Sopran), Qin Du (Mezzosopran), Svetislav Stojanovic (Tenor) und Ipca Ramanovic (Bariton). Alle bestens vorbereitet in der Meisterklasse von Professor Leandra Overmann (Würzburg). 

Nach dem letzten Takt absolute Stille, danach sieben Minuten Beifall für eine regional-kulturelle Großtat.

 

Sorry, comments are closed for this post.

Städtischer Konzertchor Winfridia Fulda|An den Eichen 6|36041 Fulda-Gläserzell|