Pressebericht zum Konzert des „Messias“

Pressebericht zum Konzert des „Messias“

Pressebericht der Fuldaer Zeitung vom 3. April 2006

von Andreas Ungermann:

FULDA  Mit seiner Deutung von Georg Friedrich Händels „Messias“ in der Bearbeitung von Wolfgang Amadeus Mozart bot der Städtische Konzertchor Winfridia im Schlosstheater am Samstag eine hervorragende Leistung. Unter der Leitung von Chordirektor Reinhold Feldmann präsentierte der Chor, unterstützt vom Göttinger Symphonie Orchester, das Oratorium. Die von Mozart in seiner letzten Schaffensperiode gekürzte und fixierte Fassung gibt Flöten, Klarinetten und Oboen die Möglichkeit, die Grundstimmung der Arien zu unterstreichen. Darüber hinaus traten die Fagotte aus ihrer eigentlichen Bassfunktion heraus. Dabei waren die einzelnen Instrumente aber immer gut hör- und auch immer differenzierbar. Im wechselseitigen Gesang betonte oder beantwortete der Chor Rezitative und Arien stimmlich ebenso reif, wie die Solisten es in ihren Partien taten.

Der erste Teil des Oratoriums, der die Geburt Christi beschreibt, bot gleich zu Beginn nach der Ouvertüre mit dem Rezitativ „Tröstet Zion“ und der anschließenden Arie „Alle Tale“ dem Tenor Falk Hoffmann die Gelegenheit, seine Stimme zu entfalten.

Im Mittelteil bewies das Göttinger Orchester mit der Pifa, einer Hirtenmusik, eindrucksvoll seine Qualität. Im Wechsel steigerten Chor und Solisten Stimmung und Spannung der Geburtsgeschichte bis zu einem krönenden Gloria nach Worten aus dem Lukas-Evangelium.

Während die Geburt des Messias in festlichen Klängen erzählt wurde, entwickelte sich der zweite Teil über die Leidensgeschichte aus einer anfänglich bedrückten Stimmung. Mit der Passionsarie „Er ward verschmähet und verachtet“ antwortete die Altistin Gudrun Pelker gefühlvoll auf den Eröffnungschor „Seht an das Gottes Lamm, es träget hinweg die Sünde der Welt“. Einen weiteren Höhepunkt erreichte dieser Teil, häufig belebt vom klagenden Klang der Fagotte, in der majestätisch klingenden Arie „Warum entbrennen die Heiden und toben im Zorne“, die eingeleitet wurde von einer tönenden Fanfare der Blechbläser. Hier entfaltete Peter Schüler die Strahlkraft seiner Bassstimme, bevor nach einer kurzen ruhigeren Phase der dritte Teil in dem weltbekannten und monumentalen „Halleluja“ gipfelte, auf das hin sich die Musik in einer spannungsreichen Steigerung entwickelte, ja zuspitzte.

Auf den lobenden Festgesang folgte zu Beginn des dritten Teils die Erlöserarie, die innig gesungen von der Sopranistin Isabelle Müller-Cant, mit den Worten „Ich weiß, dass mein Erlöser lebet“ aus dem Buch Hiob beginnt und sich anschließend mit ähnlichen Worten aus dem ersten Korintherbrief fortsetzt.
Den Abschluß fand der dritte Teil im hymnengleichen „Würdig ist das Lamm“, der von dem eindrucksvollen Schlusschor „Amen“ gekrönt wurde.

Für spannungsreiche Deutung und die technisch hochkarätige Darbietung wurden die Musizierenden mit lang anhaltendem Applaus und stehenden Ovationen belohnt.

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Städtischer Konzertchor Winfridia Fulda|An den Eichen 6|36041 Fulda-Gläserzell|