Pressebericht zum Konzert der „Zigeunerweisen“

Pressebericht zum Konzert der „Zigeunerweisen“

Pressebericht der Fuldaer Zeitung vom 20. Oktober 2008

von Nikolaus Frey
(Foto:Sabine Abel)

FULDA  Unter dem Gesamttitel „Zigeunerweisen“ hatte Fuldas Städtischer Konzertchor Winfridia unter Leitung seines Dirigenten Reinhold Feldmann am Samstag zu einem besonderen Konzert eingeladen. Das Programm enthielt Kompositionen von Schumann, Liszt, Dvorak, Sarasate und Brahms und hatte damit sowie durch die jeweiligen erläuternden Kommentare die ungewöhnliche Länge von drei Stunden.

Trotzdem war der Wechsel von Chorwerken und instrumentalen Beiträgen ausgesprochen reizvoll. Mit einer solchen Planung war man vom Oratorium-Repertoire, dem die Winfridia üblicherweise verpflichtet ist, einmal bewusst abgewichen und hatte dabei ins Schwarze getroffen: Das Publikumsinteresse an dieser Veranstaltung war so groß, dass der Fürstensaal seit Tagen ausverkauft war und eine zweite Aufführung angeboten werden musste.

Diese starke Nachfrage wurde dann durch die Qualität der aufgeführten Werke in vollem Umfang bestätigt. Der imposante Klangkörper der Winfridida bewies gleich anfangs in Schumanns Chorsatz „Zigeunerleben“, dass man die nächtlich-magische Atmosphäre eines Festes im Walde musikalisch auszuleuchten verstand. „Da regt’s sich und raschelt und flüstert zugleich“, sang der Chor und schuf mit suggestiver Piano-Kultur und bester Text-Deklamation eine Vision von Flammen und bunten Gestalten.

Danach erklangen Dvoraks mährische Volkslieder op. 32, zunächst vom Frauenchor mit Charme und Witz vorgetragen, dann in der Bearbeitung von Janacek für vierstimmigen Chor. Bei alledem wirkte Martin Schmalz als sensibler Partner am Klavier nicht nur mit, sondern sorgte durch sein klanglich differenziertes Spiel dafür, dass sich die Sängerinnen und Sänger entfalten konnten.

Die beiden hochtalentierten Nachwuchsgeiger Andreas und Tobias Feldmann bereicherten das Programm durch zwei virtuose Werke: Die „Zigeunerweisen“ op. 20 und die „Carmen-Fantasie“ op. 25 von Sarasate. Beide Interpreten stehen heute bereits so sicher über der Bewältigung der rasanten Läufe, dass sie ihre Aufmerksamkeit vermehrt dem Wechsel der Klangfarben und der Sinnlichkeit langsamer Tempi widmen können. Martin Schmalz war auch hier am Klavier ein Partner, dessen Spiel große Freiräume schuf.

Dass aber auch ein virtuoses Klavier-Solo wie Liszts „ungarische Rhapsodie Nr. 12 “ in den Händen dieses Pianisten zu besten Effekten gelangt, erlebte das Publikum an einer anderen Stelle dieses Konzerts. Von solchen Qualitäten profitierten auch Brahms‘ „Ungarische Tänze“.

Mit einer dynamisch lebendigen, geradezu szenisch wirkenden Interpretation der „Zigeunerlieder“ von Brahms durch die Winfridia endete das nochkarätige Konzert.

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Städtischer Konzertchor Winfridia Fulda|An den Eichen 6|36041 Fulda-Gläserzell|