Pressebericht zum Konzert der „Jahreszeiten“

Pressebericht zum Konzert der „Jahreszeiten“

Pressebericht der Fuldaer Zeitung vom 18. Mai 2009

von Andreas Ungermann
(Foto:Ralph Leupolt)

FULDA  Konzertchor Winfridia begeistert im Schlosstheater

Vielseitig präsentiert sich der Jahreslauf in Farben und Düften, Witterungen und Stimmungen – und bietet für Komponisten eine reiche Quelle der Inspiration: So auch für Joseph Haydn, der 1801 sein Oratorium „Die Jahreszeiten“ komponierte.

Diesem Werk nahm sich nun im 200. Todesjahr des Komponisten der Städtische Konzertchor Winfridia Fulda an. Unter dem Dirigat von Reinhold Feldmann lieferte das Ensemble von Frühling bis Winter eine stimmige Leistung mit so manchem Glanzpunkt ab.

Bei der Aufführung der stimmungsvollen Ton-Schöpfung im Schlosstheater griff das Ensemble – in bewährter Tradition – wieder auf die Zusammenarbeit mit dem Göttinger Symphonieorchester zurück. Und so erfüllten die Instrumentalisten schon in der Einleitung den musikalischen Frühling mit Leben und boten Solisten wie Chor eine solide Grundlage zum Einstimmen in den zweieinhalbstündigen Jahreslauf. In der Rolle des Lukas besang Tenor Dirk Kleinke inbrünstig den Wunsch nach einem gnädigen, milden Himmel in seinem Bittgesang, in den der Chor – gebetsartigen Responsorien gleich – einstimmte und ihn fortführte, bis die erste Jahreszeit in einem fast tänzerischen Freudenlied gipfelte.

Dialog von Chor und Soli
Nach dem eindrucksvollen Dialog von Chor und Solisten bricht im Oratorium der Sommer an. Anschwellend in den Orchesterklängen und sogleich wieder verhallend, spiegelte sich dessen wechselhafte Stimmung wider. So auch in Hannes Rezitativ, das die Sopranistin Monika Eder mit sanfter Stimme intonierte. Es glich der Ruhe vor dem Gewitter, der sich sodann im stürmischen Chorgesang zuspitzte und unter heftigen Donnerschlägen der Pauken voluminös entlud.

Dunkler getönt waren die Farben des Herbstes, den die Musiker in seinem Verlauf auch von seiner bunten Seite präsentierten; ob beim fröhlichen Weinfest oder auch in den wilden Jagdszenen. In jenen tobten sich das Orchester wie auch der Chor aus und begeisterten mit schmetternden Hörnerklängen und in den vom Jagdfieber getriebenen Halali- und Tajo-Rufen.

Mit dem Winter schloss sich der Jahreskreis, indem er die anfängliche Stimmung des Oratoriums wieder aufgriff. Hier präsentierte sich der dritte Solist ausdrucksstark – wie zuvor bereits ergänzt vom herben Klang der Fagotte. Als gedrückter, rückblickender Simon verlieh der Bass Daniel Blumenschein der melancholischen Stimmung der vierten Jahreszeit authentischen Ausdruck, bevor Hanne im Wechselspiel mit dem Frauenchor das Bild dunkler Winterabende in trauter Stube besang. Nachdem Terzett und Doppelchor majestätisch verklungen waren, belohnte das Publikum die Musiker mit langanhaltendem Applaus – und der war fast ebenso tosend wie das Sommergewitter zuvor.

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Städtischer Konzertchor Winfridia Fulda|An den Eichen 6|36041 Fulda-Gläserzell|