Pressebericht zum Bach-Konzert im April 2010

Pressebericht zum Bach-Konzert im April 2010

Espressiver Vortrag und viel Spielfreude

Pressebericht der Fuldaer Zeitung vom 19. April 2010
von Nikolaus Frey

FULDA  Der städtische Konzertchor Winfridia unter Leitung von Reinhold Feldmann führte zwei seiner Oster-Kantaten in der Kirche St. Paulus in Ziehers-Nord auf.

Dass Bach dem Leiden Christi in großen Oratorien Ausdruck verliehen hat, ist bekannt. Weniger seine Bearbeitungen des Auferstehungsberichts.

Als Bachs Oster-Oratorium gilt seine Kantate Nr. 249. Wenn hierbei das Geschehen am leeren Grab des Auferstandenen nicht vom Evangelisten berichtet, sondern von den vier Solisten gesungen wird, so drückt sich darin die Besonderheit dieses Werks innerhalb des Oratorien-Repertoires aus. Entsprechend groß ist die Bedeutung des expressiven Vortrags.

Dieser Aufgabe zeigten sich alle vier Vokalsolisten verpflichtet: Die Sopranistin Antonia Bourvé, die sich in der Arie „Seele, deine Spezereien“ mit Solo-Violine in bewegten Figuren erging. Die Altistin Carolin Masur, die den Worten „Saget, saget mir geschwinde“ nicht nur Ungeduld, sondern die Erregung ihrer dunkel tragenden Stimme verlieh und Tenor Daniel Sans, der den Text „Sanfte soll mein Todeskummer“ mit weicher Lyrik vortrug. Bassist Thomas Wiegand belebte das Rezitativ „Wir sind erfreut, dass unser Jesus wieder lebt“ mit kontrastreichen Farben von Schmerz und Freude.

Der Chor war durch Reinhold Feldmann auf seine großen Auftritte gut vorbereitet: Das „Eilen und Laufen“ geschah tonlich präzise sowie stimmlich koordiniert und wurde in gutem Einvernehmen mit dem Orchester zu einem beschwingten Musizieren. Dieser Jubel prägte auch den letzten Chorsatz: Ob das „Jauchzet, ihr erlösten Zungen“ auch im Himmel zu hören war, bleibt vorerst ungewiss, aber die vielen hundert Zuhörer hat es tief berührt.

Chor und Solisten bewährten sich auch in der Kantate Nr. 6 „Bleib bei uns, denn es will Abend werden“. Hier nutzten die Solisten des „Collegium Winfridianum“ die Gelegenheit, ihrem Part Glanz und konzertante Spielfreude zu verleihen.

Dass dieses Ensemble nicht nur ein flüchtig zusammengestelltes Kantaten-Orchester ist, sondern ein Klangkörper, zeigte sich auch in der Orchestersuite Nr. 3, die zwischen den Kantaten gespielt wurde. Reinhold Feldmann verlieh ihr straffe Tempi und klare formale Struktur. Höhepunkt war die meditative Air: Sie hatte großen Ausdruck, kein übertriebenes Pathos und entwickelte eine starke Spannung.
Das Publikum dankte mit tosendem Beifall.

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Städtischer Konzertchor Winfridia Fulda|An den Eichen 6|36041 Fulda-Gläserzell|