Pressebericht zu Cherubinis „Requiem

Pressebericht zu Cherubinis „Requiem

Stimmliche Großtat für Luigi Cherubini

Pressebericht der Fuldaer Zeitung vom 1. April 2014

von Nikolaus Frey
Foto: Helmut Abel

Der Städtische Konzertchor sang in der Stadtpfarrkirche

Da hat sich der Städtische Konzertchor Winfridia mit seinem Dirigenten Carsten Rupp eine große Aufgabe vorgenommen: Gemeinsam mit der Thüringen Philharmonie Gotha fand am Sonntagabend in der Stadtpfarrkirche die Aufführung von eher selten zu hörenden Werken von Cherubini, Verdi und Liszt statt.

 

Während die beiden zuletzt genannten Komponisten im Rahmen ihrer Jubiläen 2013 und 2011 auch als Kirchenmusiker stärkere Beachtung gefunden haben, fristet das Werk von Luigi Cherubini bis heute ein Dasein, das unverdientermaßen im Schatten der klassischen Meister steht. Dabei hat Beethoven seinen italienischen Kollegen nicht nur hochgeschätzt, sondern dessen Requiem c-moll sich sogar für die eigene Beerdigung gewünscht. Und genau dieses Requiem hat die Winfridia als Hauptwerk ihres Konzertes nun aufgeführt.
Was ist das Besondere an dieser Komposition, und worin besteht die HErausforderung für Fuldas traditionsreichen Konzertchor? Es dürfte wohl die zugleich verführerische wie tröstende Kraft der Trauer, Schwermut und VErgänglichkeit sein, die alle Teile dieses Werks auszeichnet und ihnen über ihre Stationen hinweg einen großen inneren Zusammenhalt gibt. Und für die Sängerinnen und Sänger galt es, diese starke Emotionalität trotz lang anhaltender stimmlicher Beanspruchung auf hohem Niveau durchzuhalten, ja diese Leistung ohne die sonst übliche Unterstützung durch vier Vokalsolisten allein zu erbringen.
Da gab es in Foolge dessen nicht nur keinen Moment der Entspannung, sondern durch die besonders fordernden Abschnitte „Sequenz“ (Dies irae, dies illa) sowie des „Offertoriums“ mit seiner gewaltigen Fuge „Quam olim Abrahae promisisti“ sogar noch beeindruckende Steigerungen. Carsten Rupp hatte seinen Chor auf diese Höhepunkte gut vorbereitet und mutete ihm am Ende auch ein vernehmliches Mehr an Tempo und Lautstärke zu.
Das verdient natürlich hohe Anerkennung, könnte aber leicht einen anderen Vorzug dieser Aufführungs-Großtat ausblenden: Auch den Weg ins Piano, ins innig Verhaltene ging der Chor in überzeugenden Schritten. Diesmal waren es Schritte der Klangreduzierung, so etwa am Ende des „Agnus Dei“ bei den Worten „dona eis requiem sempiternam“.
Im Orchester aus Gotha hatte der Chor wieder einen bewährten Partner, der die vielfarbigen Aufgaben seines symphonisch angelegten Betrags souverän löste. Rupp verstand es, den oft rhythmisch komplizierten Ablauf gut zu koordinieren, und auch dem instrumentalen Stimmverlauf individuelle Entfaltungen einzuräumen, ohne dass es Einbußen in Balance und Stabilität gab. Dasgilt auch für die Motette aus dem Psalm 125 von Lizt, bei der eine gute Kooperation von Chor und Orgel (Hans-Joachim Rill) über große Entfernung nötig war.
Neben Verdis „Stabat mater“ bleibt von diesem Konzert auch Cherubinis „Marche Funébre“ in Erinnerung, der zu Beginn vom Orchester mit strenger rhythmischer Disziplin und spannungsvoller Feierlichkeit vorgetragen wurde, und dessen gewaltige TamTam-Schläge die starken Effekte der sich dann anschließenden Werke vorbereitete. Es gab den verdienten langen und tosenden Schlussapplaus.

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Städtischer Konzertchor Winfridia Fulda|An den Eichen 6|36041 Fulda-Gläserzell|
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