Pressebericht zu Whitbourns „Annelies“ in Dokkum

Pressebericht zu Whitbourns „Annelies“ in Dokkum

Oratorium Annelies

Pressebericht des Dagblad N O  Friesland vom 21. Oktober 2013

von Rennie Veenstra
Übersetzung: Christa Rahlf mit Hilfe von Baukelien Scholten-Schmidt
Foto: FDS Fotopress

Der Städtische Konzertchor Winfridia bezauberte am Samstag Abend in der Grote Kerk mit einem Oratorium über Anne Frank

Fulda kann stolz sein auf einen Oratoriumverein von Format, den Städtischen Konzertchor Winfridia unter der Leitung des Dirigenten Carsten Rupp. Der Chor war am Samstag Abend in der Grote Kerk in Dokkum zu Gast, um dort das Oratorium ‚Annelies’ aufzuführen. Es wurde 2005 vom Briten James Whitbourne komponiert und enthält Texte aus dem Tagebuch von Anne Frank, die von Melanie Challenger bearbeitet und übersetzt wurden. Alles, was sich auf ihr Untertauchen, ihr Leben im Hinterhaus und ihre Festnahme bezieht, wird behandelt. In den (bis auf ein einziges deutsches Volkslied) englischen Texten erklang durch den Chor ein lupenreiner Gesang in bestimmt nicht einfachen Harmonien. Obwohl zeitgenössisch sind sie an klassische Harmonien angelehnt und damit eine Wohltat für das Ohr, vor allem aber für das Gemüt.
Sie trafen ins Herz mit Hilfe der richtigen Dosis an Klage, Hoffnung(slosigkeit), Ergebung, Gelassenheit, Glaube, Schrecken und Mut. Nicht nur die Harmonie tat das Ihre, auch die Melodie mit ihren Spitzen, Tälern und auch Eintönigkeit. Wundervoll erklangen die tiefen Männerstimmen beim Unisono über den Moment der Festnahme. Herrlicher Chorklang tauchte in einer fromm psalmodierenden A-capella-Passage auf.
Der größte Teil des achtzig Minuten dauernden Werkes ist für Chor und Instrumentalensemble: Nina Liepe (Violine), Anna Weirich (Cello), Nicolai Pfeffer (Klarinette) und David Andruss (Klavier). Ihr Klezmer-Stil trägt zur richtigen Atmosphäre bei. Klarinette und Cello dienten in den Händen der hochqualifizierten Musiker nicht nur dazu, Klagegesänge zu verdeutlichen, sondern auch um spottende Fröhlichkeit zu unterstreichen (etwa bei der Schilderung des Alltags der Untergetauchten auf die Melodie von ‚It’s a long way to Tipperary’). Die ebenfalls begabten Instrumentalisten an Violine und Klavier sorgten in abgestuften Dosierungen für die passenden Stimmungen, und das vom leisesten Pianissimo zum lautesten Fortissimo. So unterstützten sie die Leidenschaft und die Dynamik des Chorgesanges und, nicht zu vergessen, der stimmgewaltigen Sopranistin Christine Graham; einer Frau, die alles hat in Bezug auf Stimmumfang, Ausdrucksstärke und Timbre. Sie war in ‚Annelies’ sehr präsent; ohne Solistin hingegen blieb der Chor in Mendelssohns Choralkantate ‚Verleih uns Frieden’, mit der das Konzert der Winfridia Fulda stimmig und wunderschön endete.

 

 

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