Infos zu „Fuldensie I – Musik für die Lebenden“

WWenn Fulda Geburtstag feiert, ist es für den Städtischen Konzertchor natürlich eine Selbstverständlichkeit, auf musikalische Weise zu gratulieren. So gestaltet die Winfridia im Laufe des Jahres zwei außergewöhnliche Konzerte, die programmatisch einen Bezug zu Fulda besitzen. Das erste Konzert findet unter dem Motto „Fuldensie I – Musik für die Lebenden“ am Samstag, 06. April 2019, in der Orangerie Fulda statt. Der Konzertchor präsentiert unter der Leitung von Chordirektor Carsten Rupp (BDC) gemeinsam mit den Solisten Tina Bier (Sopran), Cornelia Sander (Alt), Bavo Orroi (Bariton) sowie der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach das „Deutsche Requiem“ von Johannes Brahms, die weniger bekannte Ouvertüre zu der Oper „Arria“ von Hugo Staehle und das Requiem „Ebraico“ von Erich Zeisl.

Aus Fulda – für Fulda

Der Begriff „Fuldensie“ im Programmtitel ist dabei bewusst gewählt. Steht die Bezeichnung „Fuldensien“ im ursprünglichen Sinne für (Heimat-)-Literatur aus bzw. über Fulda, möchte die Winfridia mit ihren beiden Konzerten zeigen, dass Fulda auch auf dem Gebiet der klassischen Musik Besonderes zu bieten hat und sich verschiedene Verknüpfungen mit der Stadt und seinen Bewohnern herstellen lassen.

Ganz offensichtlich ist der Bezug zu Fulda bei Hugo Staehle, denn der Komponist wurde 1826 in Fulda geboren. Seine Oper „Arria“ geriet allerdings nach erfolgreicher Uraufführung in Kassel in Vergessenheit. Dem Städtischen Konzertchor ist es gerade im Jubiläumsjahr der Stadt Fulda ein besonderes Anliegen, das Werk dieses Komponisten wieder in Erinnerung zu rufen. Während in dem Frühjahrskonzert mit der Ouvertüre zu der Oper „Arria“ lediglich ein kleiner Ausschnitt seines Schaffens auf dem Programm steht, wird das Herbstkonzert im September insgesamt dem Komponisten Hugo Staehle gewidmet sein.

In Fulda quasi „zu Hause“ ist das „Deutsche Requiem“ von Johannes Brahms, war es in der Domstadt doch schon des Öfteren zu hören. Dagegen zählt „Ebraico“ von Erich Zeisl vermutlich zu den unbekannten Werken. Die Verbindung zu Fulda zeigt sich beim Blick auf seine Biografie: Als in Wien geborener Jude erhielt er in der Zeit des Nationalsozialismus Arbeitsverbot und musste schließlich emigrieren. Auch in Fulda, weithin als katholisch geprägte Stadt bekannt, gab es eine starke jüdische Gemeinschaft. Die Lebensläufe zahlreicher Fuldaer Juden weisen Parallelen zu dem Schicksal Zeisls auf, worin auch die Verknüpfung zu den „Fuldensien“ zu sehen ist.

Musik für die Lebenden

Der im Motto enthaltene Leitgedanke „Musik für die Lebenden“ scheint auf den ersten Blick im Widerspruch zu den ausgewählten Werken zu stehen. Doch sowohl Brahms als auch Zeisl wollten ihr Requiem ausdrücklich nicht als Trauermusik, sondern eher als Trost, Hoffnung und Lichtblick verstanden wissen, also im besten Sinne als „Musik für die Lebenden“.

Konzerttermin und Eintrittskarten

Samstag, 06. April 2019, 19:30 Uhr, Orangerie Fulda

http://konzertchor-fulda.reservix.de

„Fuldensie“ – so lautet eine Konzertreihe, die der Städtische Konzertchor Winfridia Fulda aus Anlass des Fuldaer Stadtjubiläums in diesem Jahr präsentiert. Das zweite Konzert dieser Reihe wird unter dem Titel „Fuldensie II – Musik eines Vergessenen“ gemeinsam mit Gesangssolisten und der Erzgebirgischen Philharmonie Aue aufgeführt. Es ist dem aus Fulda stammenden Komponisten Hugo Staehle gewidmet.

Staehle (1826 – 1848) war zu Lebzeiten ein sehr erfolgreicher Musiker. Trotzdem geriet sein Werk, vielleicht aufgrund seines frühen Todes, zunehmend in Vergessenheit. Doch inzwischen wird die Musikforschung auf den weithin unbekannten Sohn der Stadt Fulda aufmerksam. Der Musikwissenschaftler Dr. Johannes Volker Schmidt hat sich mit dem Werk Staehles intensiv beschäftigt. Ihm ist die Edition des gesamten Aufführungsmaterials dieses Konzertes zu verdanken. Aufgrund der Forschungen von Dr. Schmidt konnte auch das Fuldaer Wohnhaus der Familie Staehle identifiziert werden.

Auf dem Programm dieses Konzertes stehen Szenen aus der großen heroischen Oper „Arria“, die nach 175 Jahren zum ersten Mal wieder erklingen, sowie die Symphonie Nr. 1 c-Moll. Sie wurde 1844 uraufgeführt und im Jahr 2001 vom Orchester des Staatstheaters Kassel für eine CD-Einspielung aus dem Archiv geholt. Dieses Fuldaer Konzert wird unter der Leitung von Carsten Rupp (Chordirektor BDC) die erste öffentliche Aufführung dieser Symphonie seit langer Zeit sein.

Termin:

Samstag, 21.09.2019, um 19:30 Uhr in der Orangerie Fulda (Stadtsaal)

Städtischer Konzertchor Winfridia Fulda|Langenbieberer Str. 11|36145 Hofbieber|Telefon: 06657 / 9143638