Informationen zum Komponisten Hugo Staehle

Mit Melancholie zum Genie

Das Schicksal meinte es nicht gut mit dem äußerst begabten Fuldaer Komponisten und Pianisten. Am 29. März 1848 starb er mit nicht einmal 22 Jahren an den Folgen einer Hirnhautentzündung, das abrupte Aus seiner hoffnungsvollen Karriere.

 

Dabei begann alles sehr zielversprechend. Schon in jungen Jahren begann er mit dem Klavierunterricht. Die Versetzung des Vaters, einem kurhessischen Offizier, nach Kassel, eröffnete dem Sohn in musikalischer Hinsicht neue Wege. Nach intensivem Klavierunterricht bei Ludwig Spohr, dem Komponisten, Dirigenten, Musikpädagogen und Geiger von internationalem Ruf sowie bei Moritz Hauptmann übernahm Ludwig Spohr persönlich ab 1842 neben dem Violin- auch den Kompositionsunterricht seines wohl begabtesten Schülers. Schon zu dieser Zeit gab Staehle selbst Klavierunterricht. Und er begann zu komponieren. Da kam ihm auch gelegen, dass er über  längere Zeit bei seinem Lehrer Spohr wohnen durfte, ein deutliches Zeichen großer Wertschätzung Spohrs gegenüber seinem talentierten Schüler.

1843 erweiterte Staehle seine Klavier- und Violinausbildung bei namhaften Lehrern in Leipzig. U. a. schloss er Bekanntschaft mit Richard Wagner und Clara und Robert Schumann.

 

Franz Uhlendorff charakterisiert Hugo Staehle in den „Lebensbildern aus Kurhessen und Waldeck“ u. a. so: „Er ist ein Mann mit ganz nach innen gekehrter Natur, ein Schweiger von ernstem, an das Finstere grenzendem Wesen, dessen tiefes, ja weiches Gemüt nach außen nicht hervortrat. Nur in seiner Musik und im Umgang mit seinen nächsten Freunden erschloss sich eine für die zartesten Eindrücke empfängliche Seele.“ Und Leipzig mit Tagen voller Einsamkeit und Melancholie taten Staehles zarter Seele nicht gut. Wieder zurückgekehrt komponierte er weitere Klavierstücke. Intensiv arbeitete er nun auch an seiner großen heroischen Oper „Arria“. Sie wurde am 24. Mai 1847 durch Ludwig Spohr in Kassel uraufgeführt und wird nach 175 Jahren am 21. September mit dem Städtischen Konzertchor Winfridia Fulda anlässlich des 1000-jährigen Stadtjubiläums Fuldas erstmalig wieder erklingen.

 

Nur ein Jahr später am 29. März 1848 stirbt Hugo Staehle. Er hinterlässt u.a. Liederzyklen, Klavierstücke, ein Klavierquartett, eine Sinfonie in c-Moll, eine Konzertouvertüre, die Oper Arria sowie Psalmen für Gesang und Orchester.

Doch der sehr talentierte Musiker aus Fulda geriet zunehmend in Vergessenheit. Inzwischen wird die Musikforschung jedoch auf den weithin unbekannten Sohn Fuldas aufmerksam. Staehle mit seinem Hang zu unerbittlicher Selbstkritik wäre sicherlich angenehm berührt.

 

 

 

 

Städtischer Konzertchor Winfridia Fulda|An den Eichen 6|36041 Fulda-Gläserzell|