Städtischer Konzertchor Winfridia Fulda

Städtischer Konzertchor Winfridia Fulda

Nächstes Konzert am 05.03.2017:

A. Saygun – Yunus Emre und

L.v. Beethoven – 9. Sinfonie

 

Ein künstlerisches Statement für das unbedingte Miteinander aller Menschen wird das Frühjahrskonzert 2017 der Winfridia Fulda setzten. Das Programm, das Beethovens „Ode an die Freude“ mit dem Oratorium „Yunus Emre“ des türkischen Komponisten Ahmed A. Saygun in Beziehung setzt, bringt die verbindende Kraft des Menschseins zum Ausdruck, die über unterschiedliche Religionen und kulturelle Wurzeln hinaus weist.

„Alle Menschen werden Brüder“
Während der Ausruf aus Friedrich Schillers „Ode an die Freude“ – „Alle Menschen werden Brüder“ – in der Vertonung Beethovens zum Inbegriff der Europahymne geworden ist, zählt Sayguns 1946 entstandenes einstündiges „Yunus Emre Oratoryosu“ zu den in Deutschland bislang nur selten aufgeführten Werken. Das von großer musikalischer Kraft und Schönheit gezeichnete Oratorium für vier Gesangssolisten, gemischten Chor und großes Orchester besteht aus einer Reihe vertonter Gedichte des anatolischen Mystikers Yunus Emre in türkischer Sprache.

Gottesglaube und Liebe zu den Menschen
Die Poesie Yunus Emres aus dem 13. Und 14. Jahrhunderts greift den Glauben an Gott und die Liebe zu den Menschen als zentrale Motive auf und gilt als grundlegend für den Sufismus, den türkischen Humanismus sowie den Alevitischen Glauben dieser Zeit. Sein religiös geprägtes philosophisches Gedankengut, überschwänglich und von großer Klarheit zugleich, erinnert zudem an die deutschen Mystiker und Mystikerinnen des Mittelalters, etwa die Visionen Hildegard von Bingens.

Verbindung zwischen türkischer Volkskultur und westlicher Musik

In der Vertonung des Gedichtzyklus von Yunus Emre drückt sich die Bemühung Ahmed Adnan Sayguns aus, eine neue kulturelle Identität für die nach den Idealen Kemal Atatürks entstandene moderne Republik zu schaffen. Eine fruchtbare Synthese zwischen der traditionellen türkischen Volkskultur und der Eleganz der westlichen Musik zu ermöglichen, ist das entscheidende Anliegen in Sayguns Wirken, der vor diesem Hintergrund als einer der bedeutendsten türkischen Komponisten des 20. Jahrhunderts gilt.

Humanismus im Europa des 16. Jahrhunderts
Von den kulturellen und religiösen Auseinandersetzungen zu Beginn des humanistischen Denkens in Europa ist schließlich das Drama „Egmont“ Johann Wolfgang von Goethes bestimmt. Die Ouvertüre aus der Vertonung Beethovens eröffnet den Konzertabend und nimmt motivisch den roten Faden auf, der das Programm durchzieht. Der thematischen Verquickung stehen musikalische Anlehnungen gegenüber, die sich in Reminiszenzen in Beethovens 9. Symphonie an eine türkische Musik in der Denkweise seiner Zeit ebenso finden, wie in einigen Celli-Motiven in Sayguns Oratorium, die das große „Freude schöner Götterfunken“ vorauszunehmen scheinen.

Wirkung in die heutige Gesellschaft hinein
„Das Projekt „Yunus Emre“ ist eine besondere Gelegenheit, das gelebte Miteinander von Menschen verschiedener kultureller Wurzeln aufzuzeigen und die positiven Momente gegenseitiger Achtung und wechselseitigen Austauschs zu betonen“, erklärt der Dirigent und Chorleiter der Winfridia, Carsten Rupp, im Vorfeld des Konzertes. Die Programmauswahl weise einen aktuellen gesellschaftlichen Bezug auf, der „das Miteinander der Kulturen und Religionen gerade im Jahr 2017 neu beleuchten“ könne. „Unser Ziel ist es, ein möglichst großes und breites Publikum für den Konzertabend zu gewinnen und das künstlerische Statement für ein humanistisches Miteinander aus dem Konzertsaal hinaus und in die Gesellschaft hinein zu tragen.“

Hier finden Sie Hintergrundinformationen zu Ahmed Adnan Sayguns Yunus Emre-Oratorium.

 

Karten erhalten Sie bei ADticket unter dem folgendem Link.

 

Städtischer Konzertchor Winfridia Fulda|Bahnhofstraße 12|36037 Fulda|Telefon: 0661 3029423